Ballettabend 1990

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Aachener Nachrichten 17. Dezember 1990

Schon die Vierjährigen wirbeln gekonnt über die Ballettbühne

190 Mitwirkende bei der Aufführung der Ballettschule Erdweg

Aachen. - Lust auf Ballett, Jazz- und Stepptanz machte am Wochenende die Weihnachtsaufführung der Ballettschule Erdweg im Brüssel-Saal des Eurogress.

Der von Brigitte Erdweg angekündigte "Querschnitt durch die Arbeit eines ganzen Jahres" bot ein zweieinhalbstündiges, sehr abwechslungsreiches Programm, bei dem alles stimmte: von der Auswahl der weihnachtlich festlichen Dekoration über die von Stück zu Stück wechselnden Kostüme bis hin zur Auswahl von klassischer und moderner Musik und der den unterschiedlichen Schwierigkeiten angepassten Choreographie. Fazit: Ein rundes Programm!

Bei den gut 190 Mitwirkenden waren die verschiedensten Altersgruppen vertreten: Schon die Vierjährigen: zeigten, dass sie durchaus in der Lage sind, einfache Bewegungsabläufe im Gruppenverband eigenständig zu koordinieren, wie z. B. beim "Kinderreigen" nach der Musik von Joseph Haydn, beim russischen Wiegenlied, bei dem jede der Kleinen ihre eigene Puppe in die Darbietung mit einbrachte, oder beim Hasentanz, bei dem die Tänzerinnen mit ihren braunen und weißen Plüschohren alle Sympathie auf sich zogen.

Das Publikum, das sich zu einem großen Anteil aus ungeduldigen Eltern bzw. Großeltern zusammensetzte, die voller Spannung auf den Auftritt ihres Kindes oder Enkels warteten, ging voll mit und begleitete jedes der insgesamt 27 Stücke mit kräftigem Applaus.

Das Programm brachte für jeden Geschmack etwas. Besonders beim klassischen Ballett zeigten die älteren Schülerinnen, dass sie sicher auf der Spitze stehen und differenzierte Schrittfolgen in eine anmutige Choreographie umsetzen können. Beispiele dafür gaben die "Walzerklänge" und der "Blumenwalzer", musikalisch untermalt mit Werken von Chopin und Tschaikowski, sowie die "Variationen", bei der als Gaststar von der Aachener Ballettcompany die ehemalige Erdwegschülerin Alexandra von der Heyden mittanzte.

Temperamentvoll ging es bei den Jazztanz-Stücken zu: Hier zeigten sowohl die Jüngeren als auch die schon jugendlichen weiblichen und männlichen Tänzer auf moderne Art und Weise, was sie können. Mit witzigen Accessoires wie bunten Regenschirmen, schwarzen Sonnenbrillen oder peppiger Punkerkleidung brachten die Nachwuchstalente rhythmische Bewegungsabläufe und Sprungeinlagen selbstsicher über die Bühne.

Dabei lösten beispielsweise die Solo-Einlagen in Humphrey-Bogart-Kleidung bei dem Stück "Hier kommt Kurt" sowie die erstklassigen Steppeinlagen bei "Oh, diese Punker" und "Move on" wahre Ovationen im Publikum aus.

Wie Brigitte Erdweg hervorhob, kannte der Enthusiasmus der Tänzer und Tänzerinnen für ihre Aufführung keine Grenzen. Denn vierzig Grad Fieber, verstauchte Knöchel und Lungenentzündung waren für manche Akteure kein Grund, sich zu schonen.

B.L.

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