Herr der Ringe

2,5 stündiges Ballett, aufgeführt am 9. und 10.6.2007 im Ludwigforum Aachen.

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Aachener Zeitung 18. Juni 2007

Leserbrief

Zur Aufführung "Wenn Hobbits irische Folklore tanzen" schreibt Paula Hoffmann:

Wie jeder Ballettinteressierte weiß, hat Aachen seit vielen Jahren ein Zwei-Sparten-Theater und Ballettaufführungen beschränken sich - abgesehen vom Schrittmacher-Festival — auf Gastspiele mehr oder weniger bekannter Compagnien. Diese Lücke im Kulturangebot zu füllen, hat sich die Ballettschule Erdweg mit ihren Aufführungen zur Aufgabe gemacht, und sie kann sie auch bewältigen. Brigitte Erdweg, selbst ehemalige Solotänzerin in Stuttgart, kreierte mit ihrer Produktion "Herr der Ringe" einen Ballettabend, der weit über das in Aachen übliche Niveau einer Schulaufführung hinausragte. Hier handelte es sich eben nicht um eine der Veranstaltungen, bei denen es primär darauf ankommt, das eigene Kind auf der Bühne zu bewundern, sondern um eine ernsthafte Umsetzung des Romanstoffes, die alle Elemente eines abendfüllenden Handlungsballetts inklusive der und keinesfalls nur Kinder auf die Bühne brachte. So wurde aus einem für viele Leute mit problematischem Verhältnis zur Fantasy-Literatur schwierigen Text ein nachvollziehbares Stück, das in immerhin drei Vorstellungen 1000 Zuschauer fesselte und zu Begeisterungsstürmen hinriss. Hervorzuheben ist hier vor allem die Leistung der Solisten Viana Küster und Maria Kohler, die ihren zweieinhalbstündigen Part überzeugend bewältigten.

Neben diesen tänzerischen Aspekten gelang es den Veranstaltern, wunderschöne Bilder auf der Bühne darzustellen, die künstlerische Qualität hatten. Unterstützt wurde die Wirkung dieser "Tableaus" durch Farbeffekte der Kostüme wie der Beleuchtung. Schade ist, dass ein solches Projekt rein privater Natur ist (mit allen, auch finanziellen Unwägbarkeiten) und nicht von der Stadt Aachen unterstützt oder z.B. als Beitrag zu "Eine Stadt tanzt" aufgenommen und gewürdigt wird. Es hätte es verdient.

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