Papillon

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Aachener Nachrichten 22. September 2009

Anmut und Körperhaltung: Unterdem Titel "Papillon" gestalteten Schülerinnen und Schüler der Ballettschule Brigitte Erdweg ein anspruchsvolles dreistündiges Programm im Eurogress. Foto: Gillessen

Auf der Bühne war nur einer ohne Tutu

Im Eurogress Begeistern kleine und große Tänzer der Ballettschule Brigitte Erdweg mit ihrem dreistündigen Programm "Papillon"

VON BIRGIT BODDEN

Aachen. In einem dreistündigen Tanzprogramm präsentierte am Samstagabend die Ballettschule Brigitte Erdweg die Resultate ihrer Arbeit. Mehr als zweihundert Tänzerinnen und einige wenige Tänzer gestalteten das Programm mit dem Titel „Papillon".

Der getanzte Papillon, ein mit schwarzem Trikot und nachtblauen Flügeln ausgestatteter Falter, führte durch das facettenreiche Programm, schob zunächst den schweren Vorhang beiseite, um die Bühne freizugeben für den ersten Teil des umfangreichen Abends.

Und der gehörte ganz der Welt des klassischen Balletts: Körperhaltung und Kostüme, Arabesque und Attitüde, das Spiel der Hände, das Wippen der Tutus, das Klopfen der Spitzenschuhe auf dem Boden. Schon die ganz Kleinen tanzen sich in diese bezaubernd leicht wirkende Welt hinein.

Wenngleich bei ihnen die synchrone Formation noch nicht so ganz glücken will, wenngleich manchmal ein verstohlener Blick ins Publikum die Mama, oder den Papa sucht, ihnen ist ein besonderer Applaus gewiss, und auf so manchen Gesichtern der Zuschauer bei diesem Familienspektakel liegt ein gerührtes Lächeln.

Große Vorlagen

Der wenig ältere Ballettnachwuchs zeigt jedoch schon mit Charme und Frische, was er bereits gelernt hat, und die dargebotenen Choreografien zeigen gelegentlich auch ein Miteinander der kleineren und der schon großen Eleven, die ihre Kunst beherrschen.

In drei thematisch gestalteten Blöcken, die auf große Vorlagen zurückgreifen - Don Quichotte, Paquita und Schwanensee – zeigen rund 160 Tänzerinnen ihr Können und ihre Begeisterung für den Tanz. Der einzige männliche Tänzer, Matthias Dechent, der im Schwanensee seinen großen Auftritt hat, erinnert dann auch ein wenig an Billy Elliott, der sich ebenso als Außenseiter in diese weitgehend den Mädchen und Frauen vorbehaltene Welt hineingetanzt hat.

Nach der Pause erschließen sich den Zuschauern andere Tanzwelten. Voller Leidenschaft und Stolz präsentieren sich die schönen Flamencotänzerinnen, die mit ihren Füßen und Hüften den Rhythmus akzentuieren, mit ihren Händen die so typische Handdrehung voller Anmut fließen lassen, ein beeindruckendes Spiel von schneller Fußtechnik und kontrastierender Ruhe bieten.

Hier, wie bei den Stepptänzen, sieht man durchaus auch das ein oder andere reifere Gesicht. Das Ende der Tanzveranstaltung gehörte den jungen Tanzrichtungen: Modern Dance, Musical und HipHop, gezeigt in pfiffigen, temperamentvollen Choreografien. Hier waren sogar ein paar mehr Jungs mit von der Partie.

Beim Schlussapplaus füllt sich die Bühne mit allen Beteiligten bis auf den letzten Quadratmeter und machte noch einmal eindrucksvoll deutlich, welche Bandbreite von Tanzstilen und Altersgruppen gemeinsam dieses riesige Tanzspektakel gestalteten.

Plakat
... führt durch die fantastischeund bezaubernde Welt des Tanzes im Eurogress Aachen Brüsselsaal Monheimsallee 48 Aachen
19.09.2009 um 19 Uhr Premiere
20.09.2009 um 15 Uhr Vorstellung
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