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Aachener Nachrichten 22. Juni 2014

Die Tänzer der Ballettschule Brigitte Erdweg nehmen die Zuschauer im Brüsselsaal des Eurogress mit auf eine tänzerische Reise durch die Kunstgeschichte. Foto: Martin Ratajczak

Eine tänzerische Reise durch die Epochen der Kunstgeschichte

Aachen. Der dritte Gong ertönt, das Licht im Saal geht aus. Die Menschen im Zuschauerraum des Brüsselsaals im Aachener Eurogress halten gespannt den Atem an. Das Licht geht wieder an. Auf die hintere Wand der Bühne ist ein golden eingerahmtes, schwarz- weißes Foto einer Ballerina projiziert.

Eine Gruppe von Personen in Alltagskleidung und mit Fotoapparaten schlendert über die Bühne. Die Illusion eines normalen Museums entsteht. Dann fangen die „Museumsbesucher" an zu tanzen, erst zaghaft, dann immer auffälliger: Die Show ist eröffnet.

„Ein Tänzer ist Künstler und Kunstwerk zugleich", so heißt es. Das haben die Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule Brigitte Erdweg bei der Premiere ihrer Aufführung „Bilder (m)einer Ausstellung" am vergangenen Freitag einmal mehr bewiesen. Sie führten die Zuschauer tänzerisch durch die Kunstgeschichte. Gezeigt wurden Gemälde, Fotografien und Fotocollagen von Künstlern aus verschiedenen Epochen, von Michelangelos „Die Erschaffung des Adams" bis hin zu J. Howard Millers Propagandabild „We can do it".

In ihren Choreographien - entwickelt von Brigitte Erdweg selbst, ihrer Tochter Maria Saacke und Alexandra von der Heyden - griffen die Tänzer Impressionen und Bildmotive auf und erweckten so die Kunstwerke zum Leben. Präsentiert wurden alle Arten des Bühnentanzes, entsprechend vielfältig waren die Choreographien.

Mal schien es, als würden die Tänzer beim Klassischen Ballett über die Bühne schweben, so leichtfüßig bewegten sie sich. Ein anderes Mal hatten ihre Bewegungen eine fast bedrohliche Wucht und wirkten wie in Ekstase ausgeführt. Auch Flamenco, Hip-Hop, Stepp-, High Heel-, und Showtanz begeisterten das Publikum.

An der Präsentation von Claude Monets „Mohnfeld" waren fast 90 Tänzer beteiligt, viele von ihnen Kinder, die als süße Mohnblumen, Küken, Bienen und blaue Vögel ihre ersten Auftrittserfahrungen sammelten. Über jedes Kunstwerk gab „Museumsführer" Jonny Saacke ein paar Informationen.

In einem Interview vor mehr als zehn Jahren kritisierte die Solistin und Choreographin Brigitte Erdweg einmal die Aachener Tanzkultur mit dem Satz: „Aachen krankt am Tanz." Diesem Eindruck wirkt sie mit solch gelungenen Aufführungen nachhaltig entgegen.

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